stereotyp

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Ste·reo·typ

 <Stereotyps, Stereotype> das Stereotyp SUBST psych.: feste, einfache Vorstellung, die jmd. von sich, von anderen oder von einer Sache hat, und die sich nicht verändert; Vorurteil
Völker-, Auto- Mit dem Ausdruck Stereotyp bezieht man sich auf stark vereinfachte Muster der Wirklichkeitserfassung im menschlichen Miteinander, die sich in schablonenhaften bzw. klischeehaften Charakterisierungen äußern. Eingeführt wurde der Ausdruck 1922 von Walter Lippmann in die Soziologie. Heute wird er weithin vor allem in der Sozialpsychologie verwendet. Bekannt sind so bezeichnete Völkerstereotype der Art "Deutsche sind fleißig". Unter einem Autostereotyp hingegen versteht man das Bild, das eine Person von sich selbst oder von seiner kulturellen Gruppe hat. Wesentlich an Stereotypen ist: Sie sind langlebig und resistent gegen Veränderungen, werden wider besseres Wissen verteidigt, werden ohne Prüfung übernommen und auf dem Wege der Sozialisation weitergegeben; und sie erschweren die Aufnahme korrigierender Daten, die zu vorgefertigten klischeehaften Meinungen (z. B. "Emotionales Einfühlungsvermögen ist besonders bei Frauen gegeben") nicht passen. Insbesondere darin, dass sie meist nicht zutreffen, weisen Stereotype Gemeinsamkeiten mit Vorurteilen auf. Stereotype dienen dazu, Komplexität überschaubar zu machen, haben also eine ordnende bzw. einordnende Funktion. Heutige Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Geltung von Stereotypen nicht unbedingt auf verzerrte oder unzureichende Verarbeitung von Daten zurückgehen muss, sondern zutreffende Beurteilungen durchaus nicht übersehen werden. Versuche zur Überwindung stereotyper Urteile erscheinen nur dann erfolgversprechend zu sein, wenn ihnen in gemäßigter Weise mit Beispielen widersprochen wird, damit diese nicht als bloße Ausnahmen von der Regel erfasst werden können. In Anlehnung an dessen Verwendung in Soziologie und Sozialpsychologie hat der Sprachphilosoph Hilary Putnam in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts den Ausdruck gewählt, um damit unter anderem zurückzuweisen, die Bedeutung (Intension) eines Ausdrucks gewährleiste eindeutig den Bezug zu dem, was damit in der außersprachlichen Wirklichkeit bezeichnet wird (die Extension). Sprecher/Sprecherinnen verfügen nach Putnam nur über ein Mindestwissen z. B. im Bereich von Bezeichnungen für "natürliche Arten", wie Wasser oder Tiger, das aber im Alltagsleben ausreichend ist: Sie sind nur stereotypisch darüber vorinformiert, verfügen nur über ein stereotypisches Wissen bzw. über ein Stereotyp, was beispielsweise die Bedeutung des Wortes Tiger angeht ("hat ein gelb gestreiftes Fell"). Sonst brauchen sie über das Kategorienwissen hinaus ("große Raubkatze") nichts zu wissen, um sich regelgerecht mit dem Ausdruck auf einen Tiger beziehen zu können, und nicht auf ein vergleichbares Tier. Eine Verbindung zu dem Ausdruck im soziologischen Sinne ist dadurch gegeben, dass jeweiliges Stereotyp (hier: das "Tiger-Stereotyp") auch falsches Wissen beinhalten kann. In der Sprachwissenschaft wurde der Ansatz als so bezeichnete Stereotypensemantik aufgegriffen. Wie in dem argumentativ verwandten Prototypenansatz wurden daraus Argumente gewonnen, die Annahme der Merkmalsemantik zurückzuweisen, die Verfügbarkeit über eine genau bestimmbare Menge relevanter Merkmale sei eine notwendige Voraussetzung dafür, dass man sich mit einem Ausdruck auf etwas in der Welt beziehen kann.

ste·reo·typ

Adj. ste·reo·typ
stereotyp nicht steig. geh. so, dass etwas immer die gleiche Form, den gleichen Ablauf hat Der Verdächtige wiederholte beim Verhör stets dieselben stereotypen Antworten.

ste•reo•typ

Adj; geschr; immer wieder in derselben Form (u. daher nicht originell) <Antworten, Phrasen; stereotyp dieselben Worte wiederholen>
Übersetzungen