ver-

ver-

[f-] im Verb, unbetont und nicht trennbar, sehr produktiv; Die Verben mit ver- werden nach folgendem Muster gebildet: verhungern - verhungerte - verhungert
1. verwendet, um aus einem Adj. ein Verb zu machen; ver- drückt aus, dass jemand etwas in den Zustand bringt, der vom Adj. bezeichnet wird, od. dass jemand/etwas allmählich von selbst in diesen Zustand kommt;
etwas vergrößern: Der Fotograf vergrößerte das Foto ≈ Er machte das Foto größer
ebenso: etwas verbilligen, etwas verdeutlichen, (jemanden) verdummen, vereinsamen, etwas verflüssigen/etwas verflüssigt sich, jemanden/etwas verschönern, jemanden/sich/etwas vervollkommnen
2. verwendet, um aus einem Subst. ein Verb zu machen; ver- drückt aus, dass jemand jemanden/etwas zu dem macht, was das Subst. bezeichnet, od. dass jemand/etwas von selbst dazu wird;
etwas verfilmen: Er beabsichtigt, einen Roman zu verfilmen ≈ Er will aus einem Roman einen Film machen
ebenso: etwas verdunstet, verkarstet, jemanden versklaven, etwas versteppt
3. ver- macht aus einem intransitiven Verb ein transitives Verb;
verspotten: Karl verspottet oft seine Nachbarn ≈ Karl spottet oft über seine Nachbarn
ebenso: verplaudern, etwas versaufen, jemanden/etwas verschweigen
4. ver- drückt aus, dass jemand auf die genannte Art stirbt;
verhungern: Jeden Tag verhungern Tausende von Menschen ≈ Jeden Tag sterben Tausende von Menschen vor Hunger
ebenso: verdursten
5. ver- drückt aus, dass das Resultat einer Verbhandlung negativ od. unerwünscht ist;
etwas verrutscht: Mir verrutscht die Hose dauernd ≈ Meine Hose rutscht immer wieder nach unten
ebenso: etwas verkochen/etwas verkocht, (etwas) verschlafen, sich verfahren
6. ver- drückt aus, dass man bei etwas einen Fehler macht;
sich verrechnen: Der Verkäufer hat sich verrechnet ≈ Der Verkäufer hat beim Rechnen einen Fehler gemacht
ebenso: sich verhören, sich vertippen
7. ver- drückt aus, dass jemand/etwas von einem Ort entfernt wird od. einen Ort verlässt ≈ fort-, weg-;
jemanden/etwas vertreiben: Durch den Krieg wurden viele Menschen aus ihrer Heimat vertrieben ≈ Viele Menschen waren durch den Krieg gezwungen, ihre Heimat zu verlassen
ebenso: jemanden/etwas verjagen, verreisen, etwas verschieben/etwas verschiebt sich, sich verkriechen
8. ver- drückt aus, dass eine Verbhandlung zu Ende geht ≈ aus-;
etwas verklingt: Als die letzten Töne der Orgel verklangen, war die Kirche bereits leer ≈ Die Kirche war bereits leer, als die letzten Töne aufhörten zu klingen
ebenso: etwas verblüht, verbrennt, verglimmt, verhallt
9. ver- drückt aus, dass etwas mit etwas ausgerüstet wird od. etwas bekommt;
etwas versiegeln: Er versiegelte den Brief ≈ Er machte ein Siegel auf den Brief
ebenso: etwas verchromen, etwas verminen, etwas verriegeln

ver-

(fɛɐ)
präfix + Verb; untrennbar, unbetont
1. räumlich drückt eine Bewegung aus, fort von einem Ort Der Hund verjagte die Katze aus dem Garten. Das Kind verkroch sich in eine Ecke. Die Asche wurde vom Wind verweht.
2. drückt aus, dass jd / etw. in den genannten Zustand kommt Ein Teil des Wassers verdampfte. die Wohnung verschönern Gas und Strom haben sich verteuert.
3. drückt aus, dass etw. Negatives / Falsches geschieht oder entsteht Bei dem Unfall wurde das Auto völlig verbeult. Wer hat das Buch verblättert? Jetzt weiß ich nicht mehr, wo ich war. Du hast dich verlesen, es muss „Rabe‟ heißen, nicht „Gabe‟.
4. drückt aus, dass eine Verbindung entsteht alle Zutaten vermischen Dinge miteinander verknüpfen Kupfer und Zink zu Messing verschmelzen
5. drückt das Ende eines Zustands aus Die Rosen verblühen schon. Ihre Rufe verhallten ungehört. Die Musik ist schon längst verklungen.