nach-

nach-

im Verb, betont und trennbar, sehr produktiv; Die Verben mit nach- werden nach folgendem Muster gebildet: nachgehen - ging nach - nachgegangen
1. nach- drückt aus, dass die Verbhandlung auf eine Person/Sache gerichtet ist, die sich räumlich od. zeitlich schon vom Handelnden entfernt hat ≈ hinterher- ↔ voraus-;
jemandem etwas nachwerfen: Die Demonstranten warfen den fliehenden Polizisten Steine nach ≈ Die Polizisten flohen, und die Demonstranten warfen Steine auf sie
ebenso: jemandem/etwas nacheilen, jemandem/etwas nachfahren, jemandem nachfolgen, jemandem/etwas nachlaufen, jemandem/etwas nachrennen
2. nach- drückt aus, dass eine Handlung od. ein Ereignis ein zweites Mal abläuft. Bei Handlungen wird damit meist die Absicht des Prüfens od. Verbesserns verbunden;
(etwas) nachrechnen: Bevor er die Rechnung abschickte, rechnete er das Ergebnis nach ≈ Er rechnete noch einmal, um zu prüfen, ob er (od. ein anderer) richtig gerechnet hatte
ebenso: etwas nachspülen, jemanden/etwas nachbehandeln, jemanden nachuntersuchen
3. nach- drückt aus, dass jemand sich an einem Vorbild od. Original orientiert, das er imitieren will ↔ vor- (3);
etwas nachsprechen: Der Lehrer sagte einen Satz, und die Schüler sprachen ihn nach ≈ Die Schüler sagten den Satz so, wie der Lehrer ihn gesagt hatte
ebenso: etwas nachbauen, etwas nachbilden, etwas nacherzählen, etwas nachformen, etwas nachmalen, (etwas) nachsingen
4. nach- drückt aus, dass man etwas später (als erwartet) tut;
(etwas) nachlösen: Sie löste die Fahrkarte im Zug nach ≈ Sie kaufte die Fahrkarte nicht am Schalter, sondern erst im Zug
ebenso: jemanden/etwas nachbehandeln, etwas nachbereiten, (etwas) nachfeiern, etwas nachholen, (etwas) nachlernen
5. nach- drückt aus, dass etwas nach dem eigentlichen od. geplanten Ende noch weitergeht;
nachsitzen: Weil er so frech war, ließ ihn der Lehrer nach- ≈ Er musste in der Schule bleiben, als die anderen nach Hause gingen
ebenso: etwas hallt nach, etwas klingt nach, etwas wirkt nach
6. nach- drückt aus, dass man etwas intensiv und gründlich tut od. etwas wiederholt;
nachdenken: Er musste lange nach-, bevor er ihre Frage beantworten konnte ≈ Er bemühte sich, durch intensives (u. langes) Überlegen eine Antwort auf ihre Frage zu finden
ebenso: nachforschen, nachfragen, nachgrübeln, etwas nachlesen, jemandem nachschnüffeln, nachsuchen

Nach-

im Subst, begrenzt produktiv; verwendet, um auszudrücken, dass etwas auf die im zweiten Wortteil genannte Sache od. Handlung folgt; die Nachfeier <einer Hochzeit>, die Nachernte <beim Obst>, der Nachgeschmack <des Weins, eines Erlebnisses>, der Nachhall, der Nachklang <eines Tons, einer Melodie>, die Nachsaison <der Hotels>

nach-

(naːç)
präfix + Verb; trennbar, betont
1. voraus- räumlich oder zeitlich jdm / etw. folgend Wir kennen den Weg, fahrt uns einfach nach. Der Hund läuft mir überallhin nach.
2. drückt aus, dass etw. zur Prüfung oder Verbesserung erneut geschieht Rechne bitte noch mal nach, ob das so stimmt. Der Tisch ist noch nicht ganz sauber, da musst du noch mal nachwischen.
3. vor- einem Vorbild, Muster folgend Ich spiele die Schachpartien der Meisterschaft zum Lernen nach. Sprich mir mal ganz langsam nach: ...
4. drückt aus, dass etw. später geschieht das Versäumte nacharbeiten / nachlernen Wir feiern deinen Geburtstag nach, wenn du zurückkommst.
5. drückt aus, dass man etw. mit bestimmtem Ziel tut Bist du dir sicher? Frag doch noch mal nach. Das habe ich nicht ganz verstanden und muss es noch mal nachlesen.
6. drückt aus, dass etw. länger anhält oder sich fortsetzt Der Schock wirkte noch lange nach. Der Schiedsrichter ließ fünf Minuten nachspielen.