er-

er-

im Verb, unbetont und nicht trennbar, sehr produktiv; Die Verben mit er- werden nach folgendem Muster gebildet: erglühen - erglühte - erglüht
1. er- drückt aus, dass etwas zu etwas wird, jemand/etwas eine bestimmte Eigenschaft annimmt. Die Verben mit er-, die so gebildet werden, gehören meist einer relativ gehobenen Sprache an;
erkalten: den Pudding vor dem Servieren erkalten lassen ≈ den Pudding vor dem Servieren kalt werden lassen
ebenso: erblassen, erblinden, ergrauen, ergrünen, erkranken, erlahmen, erröten, erstarren
2. er- drückt aus, dass jemand durch eine Handlung od. einen Denkprozess ein bestimmtes Ergebnis erreicht;
etwas ertasten: Sie ertastete im Dunkeln den Lichtschalter ≈ Sie fand durch Tasten im Dunkeln den Lichtschalter
ebenso: etwas erahnen, (sich (Dat)) etwas erbetteln, (sich (Dat)) etwas erbitten, (sich (Dat)) etwas erdenken, etwas erflehen, etwas erforschen, (sich (Dat)) etwas ergaunern, (sich (Dat)) etwas erkaufen, etwas erklettern, etwas erlernen, jemanden ermorden, etwas errechnen, (sich (Dat)) etwas erschwindeln, (sich (Dat)) etwas erwandern
3. er- drückt aus, dass ein Vorgang beginnt, dass etwas beginnt, irgendeine Reaktion zu zeigen. Die Verben mit er-, die so gebildet werden, gehören meist der geschriebenen Sprache an;
erbeben: Als das alte Haus gesprengt wurde, erbebten die umliegenden Gebäude ≈ Als das alte Haus gesprengt wurde, fingen die umliegenden Gebäude an zu beben
ebenso: erglänzen, erglimmen, erglühen, erstrahlen

er-

(ɛɐ)
präfix + Verb; untrennbar, unbetont
1. drückt aus, dass ein bestimmtes Ergebnis erreicht wird Ich habe mir von ihm mehr Zeit erbeten, um in Ruhe arbeiten zu können. Mit den Informationen wollte sie sich ihre Freiheit erkaufen.
2. mit Adjektiv drückt aus, dass jd / etw. in den Zustand kommt, den das Adjektiv beschreibt vor Schreck erstarren Sie ist schon als Kind erblindet.
3. gehoben drückt aus, dass etw. beginnt Das Gebäude erstrahlte in neuem Glanz. Das Haus erbebte von der Explosion.