Gebärdensprache

Ge·bạ̈r·den·spra·che

 <Gebärdensprache, Gebärdensprachen> die Gebärdensprache SUBST als eigenständige Sprache geltendes Ausdrucksmittel, das gehörlosen Menschen zur Verfügung steht und bei dem Gebärden, Mimik und Körperhaltung dazu dienen, sprachliche Inhalte auszudrücken
gebärdensprachlich Sprache Eine Gebärdensprache ist eine visuell wahrnehmbare Sprache, die von gehörlosen und schwerhörigen Menschen als Ausdrucksmittel benutzt wird. Von der Sprachwissenschaft ist die Gebärdensprache als eigenständige Sprache anerkannt, da sie ebenso wie die Lautsprache über Grammatik und Lexikon verfügt (vgl. unter diesen Stichwörtern). Eine Gebärdensprache besteht aus Einheiten (Gebärden), die mit den Händen in Verbindung mit Mimik und Mundbild hervorgebracht werden. Zentrale Merkmale (Parameter) sind: Handform bzw. Handstellung, Bewegung und Ausführungsort. Das Verb wird z. B. aus dem Adjektiv durch Hinzufügen einer Bewegung abgeleitet; Nomina werden mit kürzerer verhaltener Bewegung gebildet, Verben mit größerer und fortgesetzter Bewegung. In ihren kombinatorischen Möglichkeiten und damit in ihrer Komplexität steht sie der Lautsprache weder in grammatischer (Darstellung von Flexion, Tempus usw.), noch in inhaltlicher Hinsicht (Darstellung konkreter und abstrakter Sachverhalte) nach. Irrtümlich hat man oft angenommen, eine Gebärdensprache sei lediglich sozusagen "sichtbar gemachtes Deutsch", man könne nur konkrete Dinge ausdrücken, es gebe eine universale Gebärdensprache etc. Gebärdensprachen sind über Jahrhunderte hinweg von Gehörlosen untereinander entwickelt worden. Sie unterscheiden sich zwar von Land zu Land; allerdings sind große Überschneidungen zwischen den verschiedenen Gebärdensprachen festzustellen. Für den deutschsprachigen Raum sind zu unterscheiden: die "Deutsche Gebärdensprache" (DGS), die "Österreichische Gebärdensprache" (ÖGS), und die "Deutschschweizer Gebärdensprache" (DSGS). Es gibt das Berufsbild des so bezeichneten Gebärdensprachdolmetschers (nicht: "Gebärdendolmetscher"). Nach Inkrafttreten des "Behindertengleichstellungsgesetzes" (2002 in Deutschland) können Gehörlose auf solche Dolmetscher(innen) z. B. bei Behörden zurückgreifen. Interessenvertretung der Gehörlosen ist der "Deutsche Gehörlosen-Bund e.V." (DGB).

Ge•bär•de

die; -, -n; eine Bewegung des Körpers (besonders der Hand od. der Arme), durch die man Gefühle, Wünsche o. Ä. ausdrückt ≈ Geste <eine abweisende, drohende, einladende, nervöse, ungeduldige, unwillige Gebärde machen>
|| K-: Gebärdensprache

Spra•che

die; -, -n
1. ein System von Lauten, von Wörtern und von Regeln für die Bildung von Sätzen, das man benutzt, um sich mit anderen zu verständigen <eine afrikanische, germanische, romanische, slawische Sprache; die deutsche, englische, französische usw Sprache; die geschriebene, gesprochene Sprache; eine Sprache (er)lernen, beherrschen, (fließend) sprechen, verstehen; einer Sprache (Gen) mächtig sein; etwas aus einer Sprache in eine andere übersetzen>: „Wie viele Sprachen sprichst du?“ - „Zwei: Deutsch und Spanisch“
|| K-: Sprachbeherrschung, Sprachdidaktik, Sprachforscher, Sprachgenie, Sprachgeografie, Sprachgeschichte, Sprachgrenze, Sprachkenntnisse, Sprachkurs, Sprachlehrer, Sprachnorm, Sprachstudium, Sprachsystem, Sprachunterricht; sprachbegabt; Spracheninstitut, Sprachenschule, Sprachenstudium
|| -K: Fremdsprache, Landessprache, Muttersprache, Zweitsprache; Hilfssprache, Kunstsprache, Standardsprache, Umgangssprache, Verkehrssprache, Vulgärsprache, Weltsprache
2. nur Sg; die Fähigkeit zu sprechen <die menschliche Sprache>: durch einen Schock die Sprache verlieren; herausfinden, ob Affen zur Sprache fähig sind
|| K-: Sprachfähigkeit, Sprachhandlung, Sprachprobleme, Sprachstörung
3. die Variante einer Sprache (1), die eine Gruppe von Menschen spricht ≈ Jargon: die Sprache der Diebe, der Jugendlichen, der Juristen
|| -K: Ganovensprache, Gaunersprache, Jägersprache, Kaufmannssprache, Rechtssprache, Soldatensprache; Sondersprache
|| NB: Dialekt, Mundart
4. die spezielle Art, sich auszudrücken ≈ Ausdrucksweise, Stil <eine gekünstelte, geschraubte, gestelzte, gewählte, gezierte, lebendige, klare, natürliche, schlichte Sprache>
|| K-: Sprachebene, Sprachkunst, Sprachregister, Sprachschicht, Sprachstil; sprachgewandt
|| -K: Bibelsprache, Dichtersprache,
5. ein System von Symbolen, Bewegungen o. Ä., mit dem bestimmte Bedeutungen od. Gefühle ausgedrückt werden <die Sprache der Kunst, der Musik, der Malerei>: In der Sprache der Blumen bedeuten rote Rosen „ich liebe dich“
|| -K: Computersprache, Gebärdensprache, Körpersprache, Programmiersprache, Taubstummensprache, Tiersprache, Zeichensprache
6. eine lebende/tote Sprache eine Sprache (1), die heute noch/nicht mehr gesprochen wird: Latein ist eine tote Sprache
|| ID eine andere Sprache sprechen eine andere Einstellung als jemand haben und sich deshalb schlecht mit ihm verstehen; die gleiche/jemandes Sprache sprechen die gleiche Einstellung wie jemand haben und sich deshalb gut mit ihm verstehen; etwas spricht eine andere Sprache etwas drückt etwas völlig anders aus als jemand anderer/etwas anderes: Die Regierung sagt zwar, der Bevölkerung gehe es gut, aber die Statistik spricht eine andere Sprache; etwas spricht eine eigene Sprache etwas lässt ganz bestimmte Schlüsse, Interpretationen zu; etwas spricht eine deutliche Sprache etwas lässt etwas Negatives deutlich erkennen: Die neuen Arbeitslosenzahlen sprechen eine deutliche Sprache; jemandem verschlägt es die Sprache jemand ist so überrascht, dass er nicht mehr weiß, was er sagen soll; etwas kommt zur Sprache etwas wird besprochen; die Sprache auf etwas (Akk) bringen; etwas zur Sprache bringen auf ein bestimmtes Thema kommen; mit der Sprache nicht herausrücken/herauswollen gespr; über etwas nicht sprechen wollen; meist Raus mit der Sprache! gespr; verwendet, um jemanden ungeduldig aufzufordern, eine unangenehme Frage zu beantworten
|| ► sprechen
Übersetzungen

Gebärdensprache

mimicry, sign language

Gebärdensprache

lenguaje de signos

Gebärdensprache

langue des signes