Fugenelement

Fu·gen·ele·ment

 <Fugenelements, Fugenelemente> das Fugenelement SUBST Wortbildung Als Fugenelement bezeichnet man ein lautliches und als Buchstabe/Buchstabenfolge schriftlich realisiertes Element, das im Wesentlichen der leichteren Aussprache dient. Fugenelemente werden an Nahtstellen (Kompositionsfugen) vor allem zwischen den Bestandteilen zusammengesetzter lexikalischer Einheiten (Komposita) eingefügt; seltener kommen sie auch in Ableitungen zwischen Stamm und Suffix vor; vgl. hoffnungslos und Mönchstum. Sehr häufig ist das Fugenelement "s"; vgl. Amtssprache und Abfahrtszeit. Weitere Fugenelemente sind z. B. das "e" (Hundehütte), das "es" (Freundeskreis), das "n" (laienhaft), und das "ens" (Schmerzensgeld). Manche Wörter sind sowohl mit, als auch ohne Fugenelement gebräuchlich, z. B. beitrag(s)zahlend. Es gibt auch regionale Unterschiede, z. B. norddt. Schweinebraten, süddt. Schweinsbraten. In verschiedenen Fällen ist sogar die Bedeutung einer Einheit mit oder ohne Fugenelement unterschiedlich: Landmann ("Bauer") und Landsmann ("Person aus dem gleichen Land/aus der gleichen Gegend"). Im Einzelnen sind die Regularitäten sehr komplex, insbesondere zur Verwendung des Fugen-"s". So gelten z. B. für offizielle Benennungen insbesondere im Bereich des Steuerrechts in Deutschland Regelungen, die auf Festsetzungen beruhen, und wonach im Unterschied zu analogen alltagssprachlichen Ausdrücken kein Fugen-"s" auf das Erstglied zusammengesetzter Komposita folgt. Auch gilt dies dann nur in Deutschland, nicht aber in Österreich und der Schweiz; vgl. Einkommensteuer (amtlich) im Unterschied zu Einkommensverteilung, oder auch Körperschaftsteuer im Unterschied zu Verkehrszeichen. In der Rechtssprache (Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht etc.) hingegen ist das Fugen-"s" im Unterschied zu Österreich in Deutschland üblich; vgl. Schadensersatz und Schmerzensgeld im Unterschied zu österr. Schadenersatz und Schmerzengeld. Vor allem in Österreich ist das Fugen-"s" viel stärker üblich als in Deutschland, wobei teils Übereinstimmungen mit süddeutscher Verwendung gegeben sind. Im österreichischen Deutsch stets ein Fugen-"s"; vgl. z. B. Aufnahmsprüfung, Einnahmsquelle, Gelenksentzündung, oder auch Fabriksarbeiter. In vorliegendem Wörterbuch werden Einheiten mit und ohne Fugen-"s" separat angeführt, wenn sie an unterschiedlicher alphabetischer Stelle stehen; eine der Einheiten eröffnet dann einen Verweisartikel. Andernfalls werden die unterschiedlichen Varianten im Lemma durch Umklammerung des "s" angezeigt.